Denkmal zur Friedlichen Revolution - Spenden noch bis 30. Juni möglich
Während auf dem Carl-Ritter-Platz die Arbeiten für das Denkmal „Brunnen Friedliche Revolution 1989 – 1990 Deutsche Einheit“ sichtbar voranschreiten und die Spendenaktion auf ihre Schlussphase zusteuert, entsteht ein wesentlicher Teil des Bürgerprojekts derzeit in Schleswig-Holstein. Am 30. April besuchten Vertreter der Welterbestadt Quedlinburg gemeinsam mit dem Quedlinburger Bildhauer Prof. Wolfgang Dreysse, dem Planungsbüro Deuter sowie der Brunnenmeisterei Schreier die Bildgießerei Wittkamp in Elmenhorst. Dort konnten die Beteiligten den aktuellen Stand der Arbeiten begutachten und technische Details für die weitere Umsetzung des Projekts abstimmen.
Zum Denkmal gehört unter anderem eine Gruppe von fünf jungen Menschen, die mit erhobenen Armen und Kerzen in den Händen an den demokratischen Aufbruch des Jahres 1989 erinnern sollen. Die Figuren stehen in einem aufbrechenden und überlaufenden Fass – einem Symbol für den Wunsch nach Freiheit und die Überwindung bestehender Grenzen. Bereits gegossen wurden zudem erste Teile der sogenannten Geschichtskuben, die entlang eines Zeitstrahls wichtige Stationen der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit aufzeigen werden.
Für Oberbürgermeister Frank Ruch bot der Besuch die Gelegenheit, die Dimension des Projekts unmittelbar zu erleben. Die bereits gegossenen Bronzeteile vermittelten einen deutlich greifbareren Eindruck als Zeichnungen oder Modelle. Besonders die Detailgenauigkeit der Arbeiten zeige eindrucksvoll die handwerkliche Qualität, mit der das Denkmal umgesetzt werde. Auch Bildhauer Wolfgang Dreysse zeigte sich mit dem bisherigen Ergebnis sehr zufrieden.
Die Herstellung der einzelnen Elemente erfolgt in einem aufwendigen Verfahren. Ausgehend von den Modellen des Bildhauers werden zunächst Negativformen erstellt, aus denen Wachsmodelle entstehen. Diese werden wiederum in spezielle Gussformen eingebettet, bevor die Bronze bei Temperaturen von rund 1.150 Grad gegossen wird. Viele Bauteile entstehen dabei in mehreren Einzelteilen, die anschließend zusammengesetzt, verschweißt und sorgfältig nachbearbeitet werden. Durch die abschließende Patinierung und Oberflächenbearbeitung werden die Verbindungsstellen später nahezu unsichtbar.
Die Bildgießerei Wittkamp zählt zu den renommierten Kunstgießereien Deutschlands und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Umsetzung anspruchsvoller Kunst- und Denkmalprojekte. Für die Beteiligten wurde bei dem Besuch deutlich, welch großer handwerklicher Aufwand hinter dem Entstehen dieses Erinnerungsortes steckt.
Das Denkmal ist zugleich ein Bürgerprojekt, das seit vielen Jahren von großem Engagement und einer beeindruckenden Spendenbereitschaft getragen wird. Bislang sind bereits rund 348.000 Euro an Spenden eingegangen. Wer den Erinnerungsort noch unterstützen möchte, hat dazu bis zum 30. Juni 2026 Gelegenheit. Jede Spende hilft dabei, die Geschichte der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit dauerhaft im Stadtbild sichtbar zu verankern. Das Besondere: Wer das Projekt mit mindestens 1.000 Euro unterstützt, wird auf Edelstahlplatten am Denkmal namentlich verewigt und damit Teil dieses besonderen Erinnerungsortes.
Die Einweihung des Denkmals „Brunnen Friedliche Revolution 1989 – 1990 Deutsche Einheit“ ist für den 9. Oktober 2026 vorgesehen. An diesem historischen Datum gingen 1989 in Leipzig mehr als 70.000 Menschen friedlich auf die Straße – ein Ereignis, das als Schlüsselmoment der Friedlichen Revolution gilt. Mit dem neuen Erinnerungsort entsteht in Quedlinburg ein Ort des Erinnerns, des Nachdenkens und der Begegnung, der die Bedeutung von Freiheit, Demokratie und gesellschaftlichem Engagement auch künftig sichtbar machen wird.