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Welterbestadt Quedlinburg
  • Markt 1
  • 06484 Quedlinburg
  • Sachsen-Anhalt

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  • Fax: 03946 905 9500

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Wie der Körper zur Sprache kommt – Klopstock, Erxleben und GutsMuths im „papiernen Zeitalter“

Klospstockhaus ©Welterbestadt Quedlinburg
Klopstockhaus

Das Klopstockhaus Quedlinburg startet am 3. April 2019 mit eine neugestalteten Dauerausstellung in die Frühlingssaison. Sie entstand in Kooperation der Welterbestadt Quedlinburg mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), dem Klopstockverein Quedlinburg und der Stiftung für Romantikforschung. Studierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule für Gestaltung Halle sowie der Hochschule Merseburg haben an ihr mitgewirkt. Mit frischen Ideen und ganz viel Esprit ist es den Studierenden gelungen, neue Akzente zu setzen. Überraschend für ein Literaturmuseum: es gibt ganz viel zum Anfassen. Mit einem Multimedia-Guide hält moderne Museumstechnik Einzug. Fast zweieinhalb Jahren haben sich die Studierenden mit Klopstock, GutsMuths und Erxleben befasst.
Die drei Quedlinburger Persönlichkeiten leisteten im 18. Jahrhundert jeweils einen folgenreichen Beitrag zur Aufklärung. Und hier setzten die Ausstellungsmacher an. Der Umgang mit Körper und Sprache verbindet die drei Persönlichkeiten.
Hast Du einen Körper oder bist Du ein Leib? Diese Frage wurde bereits in der Epoche der Aufklärung debattiert, als die Begriffe des formbaren und optimierbaren Körpers und des denkenden und fühlenden Leibes Einzug in eine öffentliche Diskussion hielten. Zugleich eröffnete der stetige Gebrauch des Papieres viele Wege, den Körper zur Sprache zu bringen. Wenn die Zeitgenossen des 18. Jahrhunderts ihre Lebenswelt als „papiernes Zeitalter“ beschrieben, sprachen sie keineswegs nur von einer bisher ungekannten Fülle auf Papier gebannter Texte. Sie meinen zugleich einen veränderten Papiergebrauch: Briefpapiere mussten nicht zwangsläufig beschrieben, sondern konnten ebenso gut beküsst werden, Buntpapier zog in Form der Tapete in die Wohnräume ein, Papierstreifen brachten als Papilotten das Haar in Form.
Dorothea Christiana Erxleben schrieb ihre Doktorarbeit über den kranken Leib und wies dabei die Vorwürfe zurück, dass in einem weiblichen Körper keine Denk- und Tatkraft stecke. Friedrich Gottlieb Klopstock revolutionierte mit seinen freirhythmischen Versen die deutsche Dichtung, indem er die Sprache zum Tanzen und sein Publikum zum Weinen brachte. Johann Christoph Friedrich GutsMuths integrierte den Körper in die Bildungsidee der Aufklärung und begründete einen Schulsport, der nicht allein auf Leistung, sondern auch auf die Freude an der Bewegung zielte.
Die Neugestaltung der Ausstellung im Klopstockhaus Quedlinburg setzt konsequent bei dem epochalen Leitmotiv des Papiers an. Verschiedene Papier-Installationen machen die Körper/Leib-Debatte in den O-Tönen der Aufklärung – im wahrsten Sinne des Wortes – fassbar und verwickeln die Besucherinnen und Besucher in papierne Gespräche. Aus dem Bestand des Klopstockhauses sind pointiert eingesetzte Exponate wie Klopstocks „Schrittschuhe“, die reformpädagogische Kleidung der GutsMuths-Schüler oder Erxlebens Doktorarbeit zu. Die Zugänge zum „papiernen Zeitalter“ werden audiovisuell durch einen Medienguide erweitert, der je nach Alter, Sprache und Interesse verschiedene Angebote unterbreitet.
Als Begleitpublikation erscheint eine buchkünstlerische Arbeit, die neben sechs Essays zum „papiernen Zeitalter“, zu Redensarten vom Körper, zur aufklärerischen Lesewut-Debatte, zu Klopstocks Körpersprache, zu Erxlebens Therapiemethoden und zu GutsMuths Bewegungsspielen einige Überraschungen bereithält.
Die Ausstellung wird vom Land Sachsen-Anhalt, von der Stiftung für Romantikforschung, von der Stiftung der Kreissparkasse Quedlinburg und von der Welterbestadt Quedlinburg gefördert.


Öffnungszeiten: April bis September, Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Eintritt: Erwachsene 3,50 Euro, Ermäßigung 2,50 Euro, Familienkarte 8 Euro

 

Herausgeber der Presseinformation:
Welterbestadt Quedlinburg

Markt 1
06484 Quedlinburg
Tel: 03946/905522
Fax: 03946/9059522
E-Mail: pressestelle@quedlinburg.de

© Sabine Bahß E-Mail

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