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Stuckfragmente geborgen

Schlossmuseum Quedlinburg: Umzug der ältesten Stuckaturen

Wertvolle Stuckfragmente ziehen um [(c): Welterbestadt Quedlinburg, Städtische Museen, Doreen Klinger]

Am Donnerstag, den 23. April 2020 traten die letzten im Schlossmuseum verbliebenen musealen Objekte ihren Umzug an. Es handelt sich um Reste von Stuckaturen aus der Confessio der Stiftskirche, die im sogenannten ottonischen Gewölbe im Schlossmuseum ausgestellt waren.
Bei archäologischen Untersuchungen im Jahr 1868 entdeckte man in der Stiftskirche, unterhalb des Hauptaltars der Krypta, eine Art Gewölbe, das als „Confessio“ (lat. Confessio = Bekenntnis) bezeichnet wird. Die reich mit bemaltem Stuck verzierten Nischen dieses Baus umschlossen einst das Königsgrab Heinrichs I. und dienten möglicherweise zur Aufbewahrung von Reliquien oder zur Aufstellung von Leuchtern. Architektur- und religionsgeschichtlich ist die Confessio einzigartig.
Wahrscheinlich diente sie zum Totengedächtnis an Heinrich I. Das Totengedenken an den König lag vor Allem Königin Mathilde am Herzen. Daher ist anzunehmen, dass der Bau der Confessio auf ihre Anordnung hin erfolgte. Somit ist sie in das 10. Jahrhundert zu datieren und gehört damit zu den ältesten Stuckarbeiten in Deutschland. Die Confessio besteht aus bis zu 1000 Grad Celsius gebranntem Gips. Sogenannter Hochbrand-Gips bindet im Gegensatz zu heutigen Baumarktgipsen wesentlich langsamer ab, ist also länger bearbeitbar und erreicht eine höhere Endfestigkeit. Das Material für die Stuckaturen stammt höchstwahrscheinlich aus dem Harz, der eines der größten Gips-Abbaugebiete ist. Die nächstgelegene Lagerstätte befindet sich in den Seweckenbergen, wo bereits im Mittelalter Gips abgebaut wurde.
Aufgegeben wurde die Confessio spätestens vor der Weihe der Stiftskirche im Jahre 1021, deren Bau bereits 1070 abbrannte. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde sie zugeschüttet und ein Pfeiler direkt auf ihren Zugang gesetzt.
Die Stuckfragmente der Confessio werden im neu gestalteten Museum auf dem Stiftsberg diese spannende Geschichte erzählen. Bis dahin lagern sie nun im Depot.

Quedlinburg, den 24. April 2020

Herausgeber:
Welterbestadt Quedlinburg, Öffentlichkeitsarbeit, Sabine Bahß
06484 Quedlinburg, Markt 1
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© Sabine Bahß E-Mail

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