Offener Brief des Oberbürgermeisters
Mit einem Offenen Brief wenden sich Oberbürgermeister Frank Ruch und zwölf weitere Erstunterzeichner an die Quedlinburgerinnen und Quedlinburger, an die Stadtgesellschaft.
Sie werben um Unterstützung für das Zukunftsprojekt Morgenrot, für das Gestalten von Zukunft: Sie sind überzeugt, dass es gelingen kann, die nachvollziehbaren Bedenken vieler Bürgerinnen und Bürger bzgl. Welterbestatus, Natur- und Artenschutz mit dem Projekt Morgenrot in Einklang zu bringen und durch die in Auftrag gegebenen unabhängigen Gutachten belastbare Lösungsansätze zu definieren. Das Zukunftsprojekt sei eine einmalige Chance, die nicht leichtfertig vertan werden darf.
Offener Brief für die Zukunft unserer Welterbestadt Quedlinburg
Quedlinburg ist in Gefahr – Gefahr droht durch Blockade und Stillstand
Zukunft sichern. Vielfalt bewahren. Zusammenhalt stärken.
Liebe Quedlinburgerinnen und Quedlinburger,
liebe ehrenamtlich Engagierte, Vereinsmitglieder, Kulturschaffende, Unternehmerinnen und Unternehmer, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,
Unser Aufruf: Unterstützen Sie diesen offenen Brief. Quedlinburg ist es wert.
In den vergangenen Jahrzehnten haben wir uns hier und für uns etwas aufgebaut, das selten geworden ist: eine außergewöhnlich reiche Landschaft an Kultur, Sport, Ehrenamt, Denkmalschutz, sozialen Angeboten und bürgerschaftlichem Zusammenhalt.
Doch mit großer Sorge blicken wir auf die stetig schwindenden finanziellen Spielräume der Kommunen. Diese bedrohen insbesondere die Angebote, die eine Stadt lebens- und liebenswert machen, und zwar massiv.
Sei es das Theater, unsere Museen, die Freizeitbäder, attraktive Stadtfeste, Angebote wie im Ökogarten oder im Kulturzentrum Reichenstraße, der Erhalt unseres einzigartigen Stadtbildes und seiner Einzeldenkmäler, die Unterstützung für Sportvereine, die Harzer Tafel oder unsere zahlreichen Kulturangebote.
Doch genau dieses Quedlinburg steht heute auf dem Spiel.
Nicht wegen fehlender Ideen. Nicht wegen fehlender Menschen.
Sondern wegen immer enger werdender finanzieller Spielräume.
Es geht nicht um ein Einzelthema. Es geht um mehr, es geht um unsere Zukunft.
Das Zukunftsprojekt „Morgenrot“ wird oft auf ein einziges Schlagwort reduziert. Doch in Wahrheit geht es um etwas viel Grundsätzlicheres:
Wollen wir Quedlinburg gestalten oder lassen wir uns verwalten?
Denn wir stehen vor einer Realität, die nicht wegdiskutiert werden kann:
Pflichtaufgaben wachsen, Kosten steigen, Handlungsspielräume schrumpfen.
Wenn wir heute nicht handeln, diskutieren wir in wenigen Jahren nicht mehr darüber, was wir brauchen oder uns wünschen. Dann diskutieren wir darüber, was wir zuerst streichen.
Quedlinburg darf nicht zur Stadt der Blockade werden.
Es gibt Stimmen, die Veränderung grundsätzlich ablehnen. Die aus Prinzip dagegen sind. Sie nennen es Bewahrung. Doch Stillstand hat Folgen.
Denn wer Chancen auf wirtschaftliche Entwicklung blockiert, sorgt nicht für Schutz, sondern für Kürzungen. Man muss Kultur nicht offen angreifen, um sie zu zerstören – es reicht, der Stadt die finanziellen Grundlagen zu entziehen oder zu verwehren.
Zukunft entsteht nicht durch Nein-Sagen. Zukunft entsteht durch Gestalten.
Berechtigte Bedenken und konstruktive Hinweise werden ernst genommen.
Wir sind überzeugt, dass es gelingen kann, die nachvollziehbaren Bedenken vieler Bürgerinnen und Bürger bzgl. Welterbestatus, Natur- und Artenschutz mit diesem Projekt in Einklang zu bringen und durch die in Auftrag gegebenen unabhängigen Gutachten belastbare Lösungsansätze zu definieren. Das Zukunftsprojekt ist eine einmalige Chance, die nicht leichtfertig vertan werden darf.
Quedlinburg ist stolz und stark. Wir sollten nicht darauf hoffen, dass irgendwann Hilfe von außen kommt, sondern unser Schicksal selbstbestimmt in die Hand nehmen.
Wir wollen uns nicht in der länger werdenden Reihe der Bittsteller einordnen –
wir wollen für uns selbst gestalten und entscheiden.
Und genau deshalb braucht Quedlinburg einen Wachstumsimpuls, der groß genug ist, um den negativen Trend umzukehren, damit wir unsere Lebensqualität halten und weiterentwickeln können.
Das „Zukunftsprojekt Morgenrot“ ist eine einmalige Chance für Stabilität und Zukunft.
Die erwarteten Einnahmen liegen bei 7 bis 10 Millionen Euro pro Jahr.
Das ist die Chance, Quedlinburg wieder handlungsfähig zu machen. Damit Geld dort ankommt, wo es hingehört: bei den Menschen dieser Stadt.
Für Ihren Faktencheck empfehlen wir: www.quedlinburg.de
Am Ende geht es um diese Frage:
Wollen wir eine Stadt, die Probleme benennt und gemeinsam löst? Oder eine Stadt, in der man lieber dagegen ist,als Chancen zu ergreifen?
Wir stehen für den ersten Weg.
Darum bitten wir Sie: Unterzeichnen, unterstützen Sie diesen Brief.
Mit freundlichen Grüßen
Im Namen vieler Engagierter unserer Welterbestadt, Quedlinburg dem, 13.03.2026
ERSTUNTERZEICHNER
Name, Vorname Unterschrift
Frank Ruch gez. F. Ruch
Jens Träger gez. Träger
Viktor Simon gez. Simon
Detlef Tichatschke gez. Tichatschke
Stefan Helmholz gez. Helmholz
Kristina Fischer-Gerloff gez. Fischer-Gerloff
Undine Kurth gez. Kurth
Eike Helmholz gez. Helmholz
Dr. Eberhard Brecht gez. Dr. Brecht
Bernd Bergmann gez. Bergmann
Hans und Waldi Jaekel gez. Hans und Waldi Jaekel
Frank Müller gez. Müller