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Welterbestadt Quedlinburg
  • Markt 1
  • 06484 Quedlinburg
  • Sachsen-Anhalt

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  • Fax: 03946 905 9500

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Welterbestadt erwirbt wertvolle Kopie der Heiligen Lanze

Kopie der Heiligen Lanze, 1983 von der Goldschmiedin Gerda Glanzner gefertigt. [(c): Welterbestadt Quedlinburg]

Die Symbolkraft der Heiligen Lanze kann für das Mittelalter kaum überschätzt werden. Der Überlieferung nach trägt die Lanze in ihrer Mitte einen Nagel vom Kreuz Christi und gehörte einst dem römischen Hauptmann Longinus, der mit ihr den Tod Jesu überprüfte, so dass sie auch mit dessen Blut getränkt sein soll.
Als Heinrich I. die Heilige Lanze 933 in der Schlacht bei Riade gegen die Ungarn mitführte, siegte er und konnte für lange Zeit die Invasoren im Zaum halten. Seinem Sohn Otto dem Großen gelang 966 mit der Heiligen Lanze der endgültige Sieg über die Ungarn. Fortan gehörte die Heilige Lanze zu den Reichsinsignien und diente als Garant für eine erfolgreiche Regentschaft – so der tiefe Glaube im Mittelalter. Die Heilige Lanze ist aufs engste mit der Familie der Liudolfinger und Ottonen verbunden. Nur durch die siegreichen Schlachten unter Mitführung der Heiligen Lanze wurden unter den Liudolfingern und Ottonen die Grundlagen für eine politische Entwicklung gelegt, die zur Gründung des Heiligen Römischen Reiches führten. Die Heilige Lanze ist damit wiederum für die Geschichte unseres Bundeslandes aber auch die Geschichte Europas zentral und hoch bedeutsam.
Die Heilige Lanze wurde seit Heinrich I. als Insignie der Könige bzw. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches bei allen Zügen durch das Reich mitgeführt. So war sie während des Mittelalters mit allen Herrschern, die Quedlinburg besuchten und hier Reichs- oder Hoftage abhielten, auch in Quedlinburg anwesend.
Die originale Heilige Lanze gehört noch heute zu den Reichskleinodien, die in der Wiener Hofburg verwahrt werden. Sie ist Teil des einzigen, fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Kronschatzes und wird generell nicht für Ausstellungen verliehen.
Eine wertvolle Replik der Heiligen Lanze wurde in der Sonderausstellung „Heinrich I. in Quedlinburg“, die vom 19. Mai 2019 bis zum 2. Februar 2020 gezeigt wurde, im Schlossmuseum ausgestellt. Aufgrund der hohen Bedeutung des Objektes für die Schilderung der mittelalterlichen Geschichte Europas im Rahmen der gerade in Konzeption befindlichen zukünftige Ausstellung und der sehr guten Besucherresonanz auf das Objekt während der Sonderausstellung, beschloss am 16. Januar dieses Jahres der Kultur-, Tourismus- und Sozialausschuss der Welterbestadt Quedlinburg auf Empfehlung von Oberbürgermeister Frank Ruch und Museumsleiterin Uta Siebrecht, das Objekt zu kaufen. Die wertvolle Kopie wurde von der Firma Ruppenthal KG Idar-Oberstein hergestellt und für den Kaufpreis in Höhe von (brutto) 23.800 Euro erworben.

Mit der nach baulicher Instandsetzung geplanten Neuausrichtung des Schlossmuseums werden Heinrich I., die Ottonen und die bedeutende Rolle Quedlinburgs als Reichsmetropole im Mittelalter dauerhaft in Szene gesetzt werden. Die Kopie der Heiligen Lanze wird dabei ein zentrales Objekt sein.
Zusammen mit den anderen Kultur- und Kunstgütern aus dem Schlossmuseum wird die Kopie der Heiligen Lanze nun sicher verpackt für den Umzug. Sie wird im Depot der Städtischen Museen der Welterbestadt Quedlinburg aufbewahrt, bis das neue Museum auf dem Stiftsberg eröffnet.

 

 

© Sabine Bahß E-Mail

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