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Welterbestadt Quedlinburg
  • Markt 1
  • 06484 Quedlinburg
  • Sachsen-Anhalt

  • Tel: 03946 905 50
  • Fax: 03946 905 9500

Öffnungszeiten

Montag
9.00 - 13.00 Uhr
(außer Standesamt)

Dienstag
9.00 - 13.00 Uhr und
14.00 - 18.00 Uhr

Mittwoch
geschlossen

Donnerstag
9.00 - 13.00 Uhr und
14.00 - 16.00 Uhr

Freitag
9.00 - 13.00 Uhr

Einwohnermeldestelle:

Freitag
geschlossen

zusätzlich
jeden 1. Sonnabend im Monat
9.00 Uhr - 12.00 Uhr


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Artikel (de) | Presse_Stadt_QLB | Unsere Stadt

Fanziskanerkapelle: mittelalterliche Lederschuhe geborgen

[(c): Welterbestadt QLB]

Außergewöhnlich ist der Fund, den Steinmetze bei der Sanierung der Franziskanerkapelle in Quedlinburg gemacht haben. Es sind Lederschuhe, deren Alter Kreisarchäologe Oliver Schlegel auf etwa 650 Jahre datiert. Erstaunlich ist, dass die Schuhe, zwei rechte, wie Pantoffeln in einander geschoben, unter unseren klimatischen Bedingungen erhalten geblieben sind. „Sie lagen in der Schüttung der Gewölbedecke, welche geöffnet wurde“, informiert Grit Janek, Mitarbeiterin im Sachgebiet Hoch- und Tiefbau der Stadtverwaltung und Bauleiterin. Das lose Baumaterial hatten Steinmetze der Werkstätten für Denkmalpflege entnommen, um den Mittelpfeiler der Außenwand zu sanieren. Dabei entdeckten sie die Schuhe. 
Diese lagen wahrscheinlich mehr als 600 Jahre dort. „Durch die kalthaltige Schüttung sind sie trocken konserviert“, so Oliver Schlegel. Dass sie aus dem 14. bis 15. Jahrhundert stammen, begründet er mit der damaligen Mode und der Art der Verarbeitung. So war es im Mittelalter üblich, wendegenähte Schuhe herzustellen. Sohlen- und Oberleder wurden über hölzerne Leisten auf der Fleischseite zusammengenäht und dann gewendet. Für die Sohle wurde Rindsleder verwendet, Schaf- und Ziegenleder für das Obermaterial. Der Fersenbereich bekam häufig eine Kappe. „Verschlossen wurden sie mit einem Riegel“, erläuterte er. „Wahrscheinlich seien zur Weiterverarbeitung Teile aus den gefundenen Schuhen geschnitten worden – historisches Recycling.“ Die Menschen hätten damals drei bis vier Paar Schuhe im Jahr gebraucht. Daher gab es viele Schuster und Flickschuster, weiß Schlegel.
Jetzt kommen die Schuhe samt Fundbericht in das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Halle. Dort werden sie archiviert und restauriert. „Da es in Sachsen-Anhalt wenig Schuhfunde aus dieser Zeit gibt, werden sie bestimmt später in einer Ausstellung gezeigt“, vermutet der Archäologe.

 

© Sabine Bahß E-Mail

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