Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter

Ausstellung Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter 27.08-09.12.2012

Landesausstellung Sachsen-Anhalt
27. August bis 9. Dezember 2012
Quedlinburg ist Korrespondenzstandort

Die Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH bietet dazu ein Kurzreiseangebot an.

Ein schöneres Geburtstagsgeschenk könnten das Land Sachsen-Anhalt und die Ottostadt Magdeburg dem berühmten Sohn der Landeshauptstadt kaum machen: Anlässlich des 1100. Geburtstags Kaiser Ottos des Großen und des 1050. Jahrestages seiner Kaiserkrönung zeigt das Kulturhistorische Museum Magdeburg vom 27. August bis zum 9. Dezember 2012 die große kunst- und kulturhistorische Ausstellung »Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter«. In Quedlinburg eröffnet am 24. August eine Korrespondenz-Ausstellung. Unter der Überschrift »Otto und die Liebe - kaiserliche HochZeiten in Quedlinburg« widmet sich eine Ausstellung im Schlossmuseum bis zum 2. Februar 2013 dem Wirken der Ottonen in Quedlinburg, insbesondere ihrem speziellen Beziehungsleben. Die parallele Ausstellung in der Stiftskirche hat den Titel »Der König kommt! Hochzeit in Quedlinburg«.

Erstmals widmet das Kulturhistorische Museum Magdeburg der Entwicklung des europäischen Kaisertums eine umfassende Ausstellung. Sie dokumentiert, von Rom ausgehend, Genese und Wandel der römischen Kaiseridee über verschiedene Epochen hinweg. Die Schau zeigt, wie sich die kaiserliche Herrschaft unter Augustus zunächst langsam entwickelte, dann unter Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert eine christliche Prägung erfuhr und nach dem Fall des weströmischen Reiches im Jahr 476 zunächst auf Byzanz beschränkt blieb. Erst über 300 Jahre später wurde mit der Kaiserkrönung Karls des Großen durch den Papst in Rom das weströmische Kaisertum erneuert und schließlich 962 mit der Krönung Kaiser Ottos des Großen endgültig nördlich der Alpen verankert. Dabei knüpft Otto der Große bewusst an die lange Tradition des Kaisertums der römischen Antike an.

Kostbare Goldschmiede- und Steinmetzarbeiten, Textilien und Schriftstücke aus der Antike und dem frühen Mittelalter lassen ein Jahrtausend europäischer Kaisergeschichte in einem spannenden Rundgang lebendig werden. Die etwa 300 hochrangigen Exponate aus internationalen Museen, Schatzkammern, Bibliotheken und Archiven verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise Macht, Anspruch und Repräsentation kaiserlicher Herrschaft von Augustus bis zu den Ottonen.Nach den erfolgreichen Europaratsausstellungen »Otto der Große, Magdeburgund Europa« 2001 und »Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation« 2006, in denen Otto der Große und seine Wirkung auf die Geschichte des Mittelalters gewürdigt wurden, nimmt die dritte Ausstellung, als glanzvoller Höhepunkt der Ausstellungstrilogie, die Grundlagen des Kaisertums Ottos des Großen in den Blick.Ergänzt wird die Ausstellung durch ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm und museumspädagogische Angebote. Während der Laufzeit der Ausstellung öffnet im Innenhof des Kulturhistorischen Museums die mittelalterliche Spielstadt »Megedeborch« für große und kleine Entdecker ihre Tore. Unter dem Titel »Auf den Spuren Ottos des Großen. Kaiserorte in Sachsen-Anhalt« bereiten die Korrespondenz-Orte Gernrode, Halberstadt, Memleben, Merseburg, Quedlinburg, Tilleda und Wallhausen gemeinsam mit Magdeburg ein umfangreiches Begleitprogramm vor.

In Quedlinburg werden das Schlossmuseum und die Stiftskirche St. Servatius ein gemeinsames Ausstellungsprojekt präsentieren. Dabei geht es im  Schlossmuseum vor allem um die Beziehungen der ottonischen Herrscher. Die Liebe war in der Regel nicht der Grund für eine Eheähnliche Verbindung. Vielmehr spielten politische Überlegungen die entscheidende Rolle. Und, wenn es die Politik erforderte, dann wurden Beziehungen auch beendet und durch neue ersetzt. Diesem Thema widmet sich Sektion I der Ausstellung. In Sektion II wird an Hand der Ehe Otto II. zu Theophano der rechtliche und materielle, aber auch religiöse Teil der Beziehungen beleuchtet. Sektion III widmet sich der mystischen Dimension des Themas, der Bedeutung der Kanonissen des Stiftes als Bräute Christi und im Zusammenhang damit auch der eigentliche Gründungszweck des Stifte, der Memoria für König Heinrich I. und die ottonische Familie.

Die UNESCO-Welterbestadt Quedlinburg braucht allerdings eigentlich gar keine zusätzliche Ausstellung, sind doch hier dauerhaft Originalschauplätze des ottonischen Lebens zu erkunden. So befindet sich an der Stelle des ersten, ursprünglichen Königshofes heute noch die Kirche St. Wiperti. In dieser ist die vor 1000 entstandene Krypta zu besichtigen, die zum Bereich des damaligen Königshofes gehörte. In Sichtweite befindet sich im Schlossmuseum auf dem Burgberg das so genannte Ottonische Kellergewölbe. Die Kelleranlage wurde im 10. Jh. erbaut und ist damit der älteste noch erhaltene, zusammenhängende Raumkomplex der heute bestehenden Schlossanlage. Seit 2004 ist hier eine spezielle Ausstellung über die Ottonen an historischem Ort zu sehen, die sich vor allem der besonderen Herrschaftsform des Mittelalters, dem von Pfalz zu Pfalz ziehenden Hofstaat und der Gründung und Funktion des Damenstiftes für das Totengedenken der Ottonen widmet. Die Stiftskirche nebenan ist ein rein romanischer Bau von 1129, in dessen älterer Krypta die Gebeine u.a. von Mathilde, der Frau von König Heinrich I., ruhen. Auch im Münzenberg-Museum kann der Interessierte auf ottonische Spuren treffen, die sich in den Räumlichkeiten des teilweise wieder freigelegten, früheren Marienklosters befinden.

Im Quedlinburger Ortsteil Gernrode steht mit der Stiftskirche St. Cyriakus ebenf alls ein ottonisches Bauwerk von allerhöchstem Rang. Das um 960 gegründete Stift stand unter dem Schutz von Otto I. Fertig gestellt wurde das Stift um das Jahr 1014, und später durch Anbauten wie den Kreuzgang erweitert. Auch in Gernrode werden verschiedene Veranstaltungen die große Landesausstellung ergänzen.

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